Coastal Rowing Tour und Wetterdaten

Diesen Beitrag teilen

Welche Wetterdaten brauche ich für eine Coastal Rowing Tour?

Momentan hat das Küstenrudern Hochsaison. Es finden Regatten statt, Seminare sind geplant und viele befinden sich auf einer Coastal Rowing Tour. Immer dabei: das Wetter. Wir listen Euch heute einmal auf, welche Daten Ihr an der Küste immer kontrollieren solltet.

Grundsatz: Macht Euch einen “Floatplan”, also einen “Reiseplan”, mit allen wichtigen Daten: Gezeiten, Wellen, Wind, Crewbesatzung per Boot und Ruderstrecke. Als Hilfmittel dienen Euch Seekarten, Apps und die Auskünfte der Hafenmeister an der Küste. Unsere Tips hinsichtlich Apps: Coastal Boats und Rowing-in-Europe arbeiten mit den Apps Navionics, Nautide und Windfinder und nutzen alle drei in Kombination.

Warum aber nutzen wir mehrere Apps? Die Wetterdaten werden in der Regel von einen Wetterzentrum in England bezogen und regelmäßig aktualisiert. Jede App hat allerdings auch eigene Quelldaten und zeigt entsprechend unterschiedliche Werte an. Die Aktualisierung erfolgt bei vielen Apps alle drei Stunden.

Der Wind:

Alle Apps zeigen einen Wind mit mehreren Windstärken. Warum ist das so? Der Wind wird an Land gemessen und auf See. Windstärke 5 an Land bedeutet noch lange nicht, dass es genauso auch auf See so ist. Es ist eher das Gegenteil der Fall. Unsere Apps zeigen einen Wind auf See von teilweise 2 Windstärken mehr. Vielleicht nicht direkt am Ufer, doch aber 2-3 Km vom Land entfernt.

Die Rowing in Europe Policy ist es, bei 1.5 Meter Wellen und 5 BF nur noch mit sehr erfahrenen Crews aufs Wasser zu gehen. Immerhin bläst der Wind mit 30-38 km und da haben dann doch immer einige Crewmitglieder Sorgen, dass sie dem nicht gerecht werden.

Die Wellen, der Swell:

Neben dem Wind kommen den Wellen und insbesonders der Wellenhöhe eine wichtige Bedeutung zu. Unsere Apps zeigen eine mittlere Höhe von 1.1 bis 1.8m im Verlauf des Tages. Diese Wellenhöhe ist für Coastal Quads und unerfahrene Ruderer schon ein Erlebnis. Auch bei dieser Wellenhöhe sollten nur erfahrene Crews rausgehen. Das Pikante dabei ist die signifikante Wellenhöhe. Habt Ihr gewusst, dass 14% der Wellen doppelt so hoch sein können? Zwar sprechen die Seefahrer bei Wellen bis 2.5m von “mässig bewegter See”, für uns Ruderer wird es aber sehr unruhig. Schaut Euch auch die Wellenrichtung und die Wellenperiode an. Kommt die Welle alle 7-8 Sekunden ist das Rudern wesentlich angenehmer als wenn die Welle jede Sekunde kommt und es “Kappelwasser” hat.

Die Tide:

Tip: Überall, wo es Wattwanderungen gibt, müsst ihr euch im Detail über die genaue Route erkundigen. Schaut euch die Tidenzeiten und den Koeffizient an. In komplizierten Gewässern wie Ostfriesland oder Nordfriesland bestimmt die Tide den Erfolg des Tages. Die Wattrücken sind teilweise so hoch, dass man genau im Fahrwasser bleiben muss. Sonst läuft man Trocken. Und muss evt. 2-3 Std warten. Das ist schön, wenn man es plant – aber aus Versehen Trockenlaufen möchte keine Crew. Warum ist der Koeffizient wichtig? Er sagt etwas über die Geschwindigkeit des Wasserfluss aus. Aus dem Unterschied zwischen dem Tiefstand des Wassers bei Ebbe und Höchststand bei Flut, ergibt sich dann der Tidenhub. Ist die Amplitude zwischen Ebbe und Flut groß – ist auch der Koeffizient groß.

Es folgen in den Tagen auf Vollmond und Neumond die Gezeiten mit dem höchsten Koeffizienten. Was ist der höchstmögliche Koeffizient? 120, aber 50-70 sind normal. Wir hatten eine Situation in Nord-Friesland mit einem Koeffizienten von 88%, das hieß, dass das Wasser recht schnell ablief. Und mit dem steigenden Koeffizienten steigt auch die Chance, dass die Wellen an den Stränden Nordsee und des Atlantiks höher und kräftiger sind – da mehr Wasser in einem kürzeren Zeitraum an die Küste drängt. Es ist möglich, dass die Flut oder auch die Ebbe früher da ist. Im betreffenden Fall haben wir es gerade noch – mit Grundberührung durch das Wattfahrwasser geschafft. 5 Minuten später wären wir “Trockengelaufen”. Im unten angezeigten Bild seht ihr, dass der Planer sich nicht an die Bricken des Wattfahrwassers gehalten hat. Warum nicht?. Die Crew ist eine Stunde vor Hochwasser losgerudert. Damit konnte man problemlos über den Wattrücken rudern und einige Zeit gutmachen. Ansonsten empfehlen wir immer genau im Fahrwasser zu bleiben.

Kilometerberechnung: 30% mehr

Beachtet bitte, dass wir beim Küstenrudern an der Nordsee zwei Geschwindigkeiten haben. Da ist zum Einen die Geschwindigkeit, die ein Coastal Boot im Vergleich zum Meeresboden hat, und zum Anderen die Geschwindigkeit im Vergleich zur Wasseroberfläche. Für eine 15 Km lange Tour (über Grund) sind wir 20 km lang gerudert. Die Fahrt durchs Wasser berücksichtigt neben der Bootsgeschwindigkeit auch die Gegenströmung.  Stelle dir vor, ihr rudert mit einer Geschwindigkeit von 10 km/h und habt Gegenströmung von 6 km/h. Über Grund seit ihr damit 4 km/h schnell. Wir rechnen bei normalen Bedingungen mit dem Faktor von 30% an der Nordsee. Das bedeutet, dass wir für eine 15 km Tour etwa 4.5 km extra einrechnen und auch extra “Kraftreserven” brauchen.

Coastal Rowing Tour
Credit: Rowing in Europe GMBH / Navionics

 

Beispiel: Mindestdaten für Ihren Floatplan bei der Coastal Rowing Tour

Tag Wind Wa.S. Wellen Wellen HW NW
1 5 NW 6 NW 1.5 / 7.5 WSW      6.30     12.34
2 3 NNW 6 NNW 1.0 / 7.6 NNW      7.42     13.56
3 3 WSW 3 W 0.5 / 0.2 WSW      8.50     15.02
4 5 NW 6 NW 1.5 / 7.8 NW    10.04     16.12

 

Anzeige

Diesen Beitrag teilen

Abonnieren sie unseren Newsletter für weitere interessante Beiträge:

Schreibe einen Kommentar

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

Das könnte sie auch interessieren

rowing in intense heat

Rudern bei starker Hitze

Rudern bei starker Hitze. Aufs Wasser oder doch lieber im Bootshaus bleiben? Coastal Boats hat einige Tips für euch! (In Anlehnung an das Magazin Fit

Weiterlesen »